Die Kunst des Lebens besteht darin,sich bereits auf Erden ein kleines Paradies zu schaffen.

Milla`s Landlust



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Pikieren der ersten Keimlinge...erste Unterschiede im Kulturvergleich sind sichtbar

15.03.2017 14:13

 

Pikieren - warum sollte man das machen?

Innerhalb weniger Tagen nach der Aussaat haben sich kleine Sämlingspflanzen gebildet. Durch ihr starkes Wachstum wird der Platz  mit der Zeit jedoch zu eng und sie bedrängen sich gegenseitig. Zudem ändert sich das Mikroklima: Die Luftfeuchtigkeit steigt. Hohe Luftfeuchte und warme Temperaturen sind beste Voraussetzungen für Pilzerkrankungen. Daher  spätestens wenn sich die Keimblätter vollständig entwickelt haben und ein Triebwachstum erkennbar ist,  die Sämlinge  umpflanzen. Um ihnen optimale Wachstumsbedingungen zu ermöglichen, werden die Jungpflanzen vereinzelt,und damit auch in eine nährstoffreichere Erde gepflanzt .

 

Im Knusperhäuschen / Oberösterreich

 

 

Es ist der  15. März , die Jungpflänzchen sind nun 10 Tage alt.Wie man sieht sind die Sämlingspflanzen sehr lang gewachsen. Mann nennt diesen schnellen Triebwachstum , der von nicht optimalen Lichtbedingungen kommt, auch "Schosswuchs" oder bei uns in Oberösterreich sagt man zu denen Pflänzchen auch, dass diese " haxert " sind. Aber nunja, das Knusperhäuschen steht nunmal in einem Wald, wo wir mit der direkten Sonne nicht so verwöhnt sind. Um diese Sämlinge zu einem kompakten Wuchs zu verhelfen, pikieren wir diese nun.

Wir hier in Oberösterreich verwenden für unsere Sämlingspflanzen tiefschwarze, feine Maulwurfserde. Wir möchten soweit wie möglich  ökologischen Gartenbau  betreiben.  Maulwurfserde  ist für den Anbau von Gemüse geeignet soweit es sich um Schwarzerde handelt, wie bei uns im Klößlbachtal. Auf lehmigen Aushaub der fleißigen Tierchen sollte verzichtet werden.

 

Doch wie geht das Pikieren nun genau? 

Wir nehmen nun unsere mit Maulwurfserde vorbereiteten Töpfe. Es gibt im Handel auch spezielle Gefäße. Wir verwenden in der Regel alte Töpfe oder Schälchen, die sich mit den Jahren angesammelt haben. Die Bodenoberfläche wird nun vorsichtig angedrückt und mit Wasser übergossen bzw. besprüht. Das Gefäß trocknet im Anschluss etwas ab, so dass die Erde nicht mehr nass, sondern nur noch feucht ist. Damit ist das Pikiergefäß auch schon vorbereitet und die ursprüngliche Pflanzschale mit den Sämlingen wird zur Hand genommen.

 

Mit einem Pikierholz ( wir verwenden dazu einen Bleistift) werden die Sämlinge vorsichtig aus ihrem Saatgefäß herausgehoben. Es ist darauf zu achten, dass Blätter und Triebe nicht gequetscht, Wurzeln oder Triebspitzen nicht unnötig abgerissen werden.

Es bedarf schon etwas Fingerspitzengefühl, dieser Sämling ist uns leider geknickt.

 

 Mit dem Pikierholz werden nun Löcher in das Substrat des Pikiergefäßes gestochen. Die Löcher sollten so tief sein, dass die Wurzeln der Sämlingspflanzen ohne Knick und Verwirbelung hineinpassen. Vorsichtig wird der Sämling gerade in das Loch eingesetzt - keinesfalls zu tief, denn sonst beginnt der weiche Stängel zu faulen. Das Loch wird mit dem Pikierholz geschlossen und angedrückt.Die Sämlinge werden je nach Wachstum gleichmäßig zwischen 2 bis 5 cm weit auseinander gepflanzt. So haben die Jungpflanzen genügend Platz sich zu etwickeln. Wie man auf unseren Fotos sieht haben wir die Salatpflanzen etwas enger pikiert, da sie später dann ins Frühbeet ausgepflanzt werden.

 

Blick auf die " Kinderstube" in Oberösterreich.

 

   In WIEN

 

Auch in Wien sind nun die Sämlinge 10 Tage alt. Wie man gut erkennen kann sind hier schon mehr Samen aufgegangen zum Vergleich zu Oberösterreich. Aufgrund eines Sonnenfensters bekommen hier alle ausreichend Licht und Wärme. Neben den Salat, Kohlrabi und Karfiolsämlingen sind hier auch schon die Tomaten , Paprika und sogar schon der Sellerie zart am keimen.Die Sämlinge selber weisen einen festen, kompakten Wuchs auf. Auch das Blattgrün ist satter gefärbt.

        

Hier in Wien verwenden wir zum pikieren eine Bio- Gemüseerde. Maulwurfserde ist hier im Garten nicht vorhanden. BIO-Gemüseerde ist eine gebrauchsfertige, hochwertige Spezialerde zur Pflanzung aller Gemüsepflanzen. Und ist in jedem guten Gartenmarkt erhältlich.

 Als Pflanzgefäße verwenden wir hier leere Eierbecher. Diese sind eine sehr gute ökologische Alternative, wenn keine Töpfe und Gefäße vorhanden sind. Leere Eierbecher fallen in fast jedem Haushalt an und sind daher eine gute Re-upcyclingmethode. Da sie aus natürlichen Karton bestehen können später die Jungpflanzen mit samt dem Becher in das Gemüsebeet eingetopft werden. Man muss diese nur mit einer Schere auseinander trennen. Der Karton verottet im Boden.  Dies ist das gleiche System wie bei dem im Handel erhältlichen Jiffypots.

    

Auch in Wien  pikieren wir nun mit Hilfe eines Bleistiftes , der uns als Pikierholz dient ,mit etwas Fingergefühl die Sämlinge. Der Vorteil von den Eierbechern ist das hier jedes Pflänzchen seinen eigenen Wachstumsraum bekommt und somit genügend Platz hat.Wie auch in Oberösterreich werden diese dann wieder mit einem Kartonettikett beschriftet. Um später die verschiedenen Sorten unterscheiden zu können. 

  

 

Und so sieht die " Kinderstube" in Wien aus.

 

    

 

 

Die ersten Unterschiede sind nun also schon ersichtlich.

In Wien sind die Sämlinge etwas weiter voraus was das  Wachstum betrifft. Es ist hier aufgrund der Lage ein sonniges Aufzuchtfenster vorhanden, mit gnügend Licht und Wärme.

In Oberösterreich ist die Lage eher schattiger und das Aufzuchtfenster nicht den gazen Tag der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt.

Wir werden sehen ob das Ausschlaggebend für spätere Ernte oder Reifeerfolge sein wird..